Chirurgische Tattooentfernung
Wann eine operative Lösung sinnvoll ist
Was früher genau richtig war, kann sich Jahre später nicht mehr stimmig anfühlen. Wenn ein Tattoo nicht mehr zum eigenen Lebensgefühl passt, kann seine Entfernung ein bewusster Schritt sein.
Wer ein Tattoo vollständig entfernen lassen möchte, denkt heute meist zunächst an eine Laserbehandlung. Doch nicht für jedes Tattoo und nicht für jeden Patienten ist der Laser automatisch die passende Lösung. Bei kleineren, günstig gelegenen Tattoos kann die chirurgische Entfernung eine Alternative sein.
Dabei wird nicht versucht, die Farbpigmente schrittweise aufzulösen. Das tätowierte Hautareal wird vollständig herausgeschnitten und die entstandene Wunde anschließend plastisch-chirurgisch verschlossen.
Der entscheidende Unterschied ist deshalb klar: Das Tattoo ist nach der Operation entfernt – an seine Stelle tritt eine Narbe.
Gerade hier kommt es auf eine sorgfältige Planung an. Ziel ist, die spätere Narbe so zu positionieren und zu gestalten, dass sie sich möglichst unauffällig in die natürlichen Hautlinien einfügt.
Auf einen Blick:
Behandlungsdauer:
abhängig von Größe und Lage meist ca. 30–60 Minuten
Anästhesie:
meist örtliche Betäubung
Aufenthalt:
in der Regel ambulant
Gesellschaftsfähigkeit:
abhängig von Lage und Umfang meist kurzfristig
Sport:
abhängig von Körperregion und Wundgröße
Nachsorge:
Wundkontrollen, gegebenenfalls Fadenzug und individuelle Narbenpflege
Für welche Tattoos kommt eine chirurgische Entfernung infrage?
Ebenso entscheidend ist, ob sich die Haut nach der Entfernung ohne übermäßige Spannung wieder verschließen lässt.
Besonders geeignet können beispielsweise sein:
- kleinere Tattoos
- schmale oder längliche Motive
- Tattoos an Körperstellen mit ausreichend verschieblicher Haut
- verbleibende Tattooanteile nach anderen Behandlungen
- Tattoos, bei denen eine Narbe bewusst in Kauf genommen wird
Bei größeren Tattoos kann eine vollständige Entfernung in einer einzigen Operation dagegen zu einem zu großen Hautdefekt führen. In ausgewählten Fällen kann eine schrittweise chirurgische Entfernung in mehreren Sitzungen möglich sein.
Wie funktioniert die chirurgische Tattooentfernung?
Vor dem Eingriff beurteilen wir Größe, Lage und Verlauf des Tattoos sowie die Beschaffenheit und Verschieblichkeit der umliegenden Haut. Unter örtlicher Betäubung wird das tätowierte Hautareal chirurgisch entfernt. Anschließend werden die Wundränder so mobilisiert, dass ein möglichst spannungsarmer Verschluss möglich ist.
Bei der Planung berücksichtigen wir insbesondere:
- die Form des Tattoos
- die natürlichen Haut- und Spannungslinien
- die Lage der späteren Narbe
- die Beweglichkeit der umliegenden Haut
- die funktionellen Anforderungen der jeweiligen Körperregion
Anschließend wird die Wunde sorgfältig mehrschichtig verschlossen.
Was ist der Unterschied zur Tattooentfernung mit dem Laser?
Bei einer Laserbehandlung wird die Tätowierfarbe durch kurze Lichtimpulse in kleinere Pigmentpartikel zerlegt. Diese werden anschließend nach und nach vom Körper abgebaut.
Dafür sind mehrere Behandlungssitzungen mit entsprechenden Abständen notwendig. Wie gut sich ein Tattoo entfernen lässt, hängt unter anderem von Farbe, Pigment, Tiefe, Größe und Hauttyp ab. Einige Farben lassen sich schwieriger behandeln als andere und eine vollständige Entfernung ist nicht immer möglich.
Auch eine Laserbehandlung bleibt nicht immer ohne sichtbare Veränderungen der Haut. Möglich sind Pigmentverschiebungen, insbesondere hellere Hautareale – sogenannte Hypopigmentierungen – sowie in seltenen Fällen Narben oder Veränderungen der Hautstruktur. Bleibt die Pigmentbildung in einem behandelten Bereich vermindert, kann sich dieser insbesondere bei gebräunter umliegender Haut deutlich heller abzeichnen.
Bei der chirurgischen Entfernung wird dagegen die tätowierte Haut selbst entfernt. Damit entfällt der langwierige schrittweise Pigmentabbau.
Mögliche Vorteile der chirurgischen Entfernung
- Entfernung des tätowierten Hautareals in einer Operation
- keine langwierige Serie von Laserbehandlungen
- Ergebnis nicht von der Farbe der Tätowierpigmente abhängig
- keine verbleibenden Farbpigmente im entfernten Hautareal
- exakte Planung des späteren Narbenverlaufs
Welche Nachteile hat die chirurgische Tattooentfernung?
Der wesentliche Unterschied zur Laserbehandlung ist gleichzeitig ein Nachteil: Die Operation hinterlässt eine Narbe.
Wie sichtbar diese später ist, hängt unter anderem ab von:
- Größe des entfernten Tattoos
- Körperregion
- Hautbeschaffenheit
- Spannung auf der Wunde
- individueller Narbenbildung
- Verhalten während der Heilungsphase
Deshalb muss vor einer Operation immer gemeinsam abgewogen werden: Ist die spätere Narbe für Sie die bessere Alternative zum Tattoo?
Können auch größere Tattoos chirurgisch entfernt werden?
Je größer das Tattoo, desto schwieriger wird ein direkter Wundverschluss.
Bei größeren Motiven kann es in ausgewählten Fällen möglich sein, zunächst nur einen Teil des Tattoos zu entfernen und die weitere Entfernung nach vollständiger Heilung in einer zweiten oder weiteren Operation vorzunehmen. Dieses Vorgehen wird als serielle Exzision (schrittweise Entfernung) bezeichnet.
Ob dies sinnvoll und ästhetisch vertretbar ist, hängt stark von Lokalisation, Hautüberschuss und Form des Tattoos ab.
Warum spielt die Plastische Chirurgie eine besondere Rolle?
Bei der chirurgischen Tattooentfernung ist bereits vor dem ersten Schnitt klar: Das Tattoo verschwindet, eine Narbe bleibt.
Umso wichtiger ist die Frage, wie diese Narbe später verläuft.
Als Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie berücksichtigen wir deshalb bereits bei der Planung:
- einen möglichst günstigen Narbenverlauf
- natürliche Haut- und Spannungslinien
- einen möglichst spannungsarmen Wundverschluss
- die Beweglichkeit angrenzender Strukturen
- ein möglichst unauffälliges ästhetisches Ergebnis
Gerade an sichtbaren Körperregionen ist diese vorausschauende Planung besonders wichtig.
Nach dem Eingriff
Nach kleineren Tattooexzisionen können Patienten die Praxis in der Regel am selben Tag wieder verlassen. In den ersten Tagen können Schwellungen, ein Spannungsgefühl, leichte Schmerzen oder Blutergüsse auftreten. Zug und starke Belastung auf die frische Naht sollten zunächst vermieden werden.
Wie lange Sport oder körperliche Belastung pausiert werden sollten, hängt von Größe und Lokalisation der Wunde ab.
Häufige Fragen zur chirurgischen Tattooentfernung
Ist das Tattoo nach einer chirurgischen Entfernung sofort weg?
Das operativ entfernte tätowierte Hautareal ist unmittelbar nach dem Eingriff entfernt. Anders als bei einer Laserbehandlung muss das Pigment nicht über Wochen und Monate schrittweise vom Körper abgebaut werden.
Bleibt eine Narbe?
Ja. Eine chirurgische Tattooentfernung hinterlässt immer eine Narbe. Ziel der plastisch-chirurgischen Planung ist es, diese möglichst günstig zu positionieren und unauffällig verheilen zu lassen. Vor dem Eingriff besprechen wir deshalb genau, welche Narbe voraussichtlich entstehen wird.
Ist eine chirurgische Entfernung besser als Laser?
Nicht grundsätzlich. Beide Verfahren haben unterschiedliche Einsatzbereiche.
Laser eignet sich insbesondere für größere Tattoos und kann Pigmente behandeln, ohne das gesamte tätowierte Hautareal herauszuschneiden. Dafür sind meist mehrere Sitzungen erforderlich und eine vollständige Entfernung kann nicht garantiert werden.
Die chirurgische Entfernung kann insbesondere bei kleineren Tattoos interessant sein, wenn eine schnelle vollständige Entfernung des tätowierten Hautareals wichtiger ist als die Vermeidung einer Narbe.
Welche Tattoo-Farben lassen sich chirurgisch entfernen?
Anders als bei der Laserbehandlung spielt die Farbe für die eigentliche chirurgische Entfernung keine entscheidende Rolle, da nicht das Pigment behandelt, sondern die tätowierte Haut entfernt wird. Bei der Laserbehandlung reagieren verschiedene Farben dagegen unterschiedlich auf bestimmte Wellenlängen. Mehrfarbige Tattoos können deshalb unterschiedliche Laser und mehrere Sitzungen erfordern.
Wie groß darf ein Tattoo für eine chirurgische Entfernung sein?
Eine feste maximale Größe gibt es nicht. Entscheidend ist, ob der entstehende Hautdefekt sicher und mit vertretbarer Spannung verschlossen werden kann.
Kleinere Tattoos eignen sich deshalb grundsätzlich besser. Bei größeren Tattoos kann gegebenenfalls eine Entfernung in mehreren Schritten erwogen werden.
Kann ein großes Tattoo in mehreren Operationen entfernt werden?
In ausgewählten Fällen ja. Dabei wird das Tattoo schrittweise verkleinert und zwischen den einzelnen Eingriffen ausreichend Zeit für die Heilung eingeplant.
Ob eine solche serielle Exzision sinnvoll ist, muss individuell beurteilt werden.
Ist die chirurgische Tattooentfernung schmerzhaft?
Der Eingriff erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung, sodass während der Operation keine Schmerzen zu erwarten sind. Nach dem Eingriff können vorübergehend ein Spannungsgefühl oder leichte Wundschmerzen auftreten.
Wie lange dauert die Heilung?
Die oberflächliche Wundheilung dauert in der Regel einige Wochen. Die Narbe verändert sich jedoch noch über viele Monate und wird normalerweise im Verlauf weicher und blasser.
Kann man die spätere Narbe vorher genau vorhersagen?
Nein. Schnittführung und Wundverschluss lassen sich sorgfältig planen, die individuelle Narbenentwicklung jedoch nicht vollständig vorhersagen. Eine Neigung zu auffälligen Narben oder Keloiden sollte deshalb vor dem Eingriff unbedingt angesprochen werden.
Wann darf ich wieder Sport treiben?
Das hängt von Größe und Lokalisation der Operation ab. Besonders bei Wunden über Gelenken oder an stark bewegten Körperregionen sollte Zug auf die frische Narbe zunächst vermieden werden.
Kann ein Tattoo auch nur teilweise entfernt werden?
Ja. Beispielsweise kann bei einem größeren Tattoo auch die Entfernung einzelner störender Bereiche sinnvoll sein. Ob dadurch ein ästhetisch sinnvolles Ergebnis entsteht, sollte vorab genau geplant werden.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die Entfernung eines Tattoos aus ästhetischen oder persönlichen Gründen ist in der Regel eine Selbstzahlerleistung.
Worauf sollten Sie bei Ihrer Arztwahl / Wahl der Klinik achten?
Achten Sie bei Ihrer Facharztwahl auf die Bezeichnung Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Abweichende Bezeichnungen wie z. B. Beauty-Doc, Schönheitschirurg, etc. sind ungeschützt und kein Zeichen für die Qualifikation (mehr zum Thema „Was sollten Sie bei Ihrer Facharztwahl beachten?„.
Achten Sie darauf, dass Sie eine umfangreiche Voruntersuchung und Aufklärung über den Behandlungsverlauf, mögliche Risiken und den Heilungsverlauf erhalten.
Warum sollten Sie zu uns kommen?
Umfangreiche Erfahrung, maximale Hygiene und Infektionsschutz, stetige Weiterbildung und und maximale Sorgfalt sind die Grundlage in unserer Praxis. Dies spiegelt sich auch in der Vielzahl positiver Patientenbewertungen, unserer Siegel und Auszeichnungen wider.
Nutzen Sie unsere langjährige Erfahrung. Dr. med. Michaela Montanari ist seit 2021 Mitglied des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC).
Sie haben Fragen?
Dr. med. Michaela Montanari und Dr. med. Anna Maria Bugariu beantworten Ihnen gerne alle Ihre Fragen rund Ihre Möglichkeiten einer chirurgischen Tattooentfernung. Vereinbaren Sie Ihr persönliches Beratungsgespräch.
Unsere Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Fachärztin für Chirurgie
Präsidentin der
Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie